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Der Köpenick-Achter hat seinen ersten Renntag in der Ruder-Bundesliga erfolgreich überstanden.

Am Freitag machte sich unserer Kader, bestehend aus 10 Ruderer und 2 Steuerleute, auf zum BMW EULER Renntag, um die 2. Liga von Deutschlands besten Sprint-Achtern gehörig aufzumischen.

Im ersten Lauf, den Time-Trails, ging es gegen den Fari-Achter aus Hamburg. Das etablierte und aus sehr erfahrenen Ruderern bestehende Team spornte unsere Startmannschaft gehörig an. Mit einigen Unsicherheiten im Rennverlauf hatte unsere Mannschaft, um Steuerfrau Corinna Dammasch, trotzdem die fünftschnellste Zeit in der 2. Liga der Männer und eine gute halbe Länge Vorsprung auf unseren Renngegner aus der Hansestadt herausgefahren.

Als Fünftschnellster ging es im zweiten Rennen gegen den Achter vom Waldsee 8+, welche im Time-Trail auf Platz zehn gefahren sind. Auch wenn wir im ersten Rennen eine gute Sekunde schneller waren als unser nächster Gegner, versprach das Rennen doch ein hohes Maß an Spannung.

Können wir die starke Leistung aus dem ersten Lauf mitnehmen? Oder gar noch einen drauf zusetzten?

Ja, das konnten wir!!!

Es sollte sogar unser schnellstes Rennen an diesem Tag werden. Doch der Waldsee-Achter hielt von Anfang an gut dagegen. Beide Boote kamen gut raus am Start und es ging die ersten Schläge um jeden Zentimeter. Aber wir konnten die kleinen Unsicherheiten in der zweiten Streckenhälfte, welche wir im ersten Lauf noch hatten, abstellen und hatten zum Ende hin eine ordentliche Luftkastenlänge Vorsprung.

Zwei Läufe. Zwei Siege. Die obere Tabellenhälfte war ab hier unser erklärtes Ziel und wir konnten zeigen, dass mit uns in dieser Saison zu rechnen ist!

Nach den zwei Rennen war es an der Zeit unser Team auf zwei Positionen leicht zu ändern. An die Steuerseile ging nun Julian Engelmann und für Sebastian Förtig übernahm nun Maik Kunze. Henrik Bosse, der leicht angeschlagen war, konnte dem Team auf dem Wasser leider nicht aktiv helfen.

Im Viertelfinale war unser Gegner nun die Mannschaft aus Hannover. Es ging nun darum zu zeigen, das wir an diesem Renntag auch um eine Medaille mitfahren wollen und die Leistung aus den ersten Rennen weiter aufrecht halten können. Die Boote schwammen an die Startbrücke, gespannt darauf endlich die 350m-Strecke runterzuballern. Und dann kam das Signal, die Ampel schaltet auf grün. Die Mannschaften schieben die Boote an und kämpfen sich mit jedem Zug näher ans Ziel.

Hannover kam ein Stück besser raus und konnte sich etwas Luft verschaffen. Doch Julian peitsche das Team an und Schlagmann Eric Schrappe zog die Schlagfrequenz weiter an. Der Köpenick-Achter kommt wieder ran. Wir sind nun gleich auf. Und da passiert es … zwei kleine Unsicherheiten, zwei kleine Wackler die unseren Schwung etwas ausbremsten. Und so kam es auf der Ziellinie dann zu unserer ersten Fotoentscheidung. Beide Achter kamen verdammt knapp ins Ziel, doch das Foto entschied leider gegen uns. Die Plätze 1-4 sind weg.

Doch entmutigt waren wir ganz bestimmt nicht. Während der kurzen Auswertung des Rennens war der Ehrgeiz, zu zeigen das dies noch lange nicht alles war, was in uns steckt, förmlich spürbar. Aber wir haben nun auf schmerzhafte Weise gelernt, dass auf diesem Niveau wirklich jeder Schlag zählt, jeder Wackler den Unterschied zwischen Sieg und Niederlage ausmachen kann.

Damit ging es nun in den verbleibenden Halb- und Finals darum, Platz fünf, welchen wir schon in den Time-Trails erreicht hatten, zu verteidigen. Gegner im Halbfinale ist ein uns bekannter Achter. Der Fari-Achter. Auch wenn wir im ersten Lauf mit über einer Sekunde Vorsprung ins Ziel kamen, waren wir durch das Viertelfinale gewarnt. Also hieß es, die Konzentration wieder hoch zu halten und gemeinsam wieder das Boot zum Laufen zu bringen. Der Teamgeist, welcher uns von Beginn an vorangetrieben hat, war geweckt.

Am Start, bereit sich für das Finale um Platz 5 zu qualifizieren, kamen wir gut raus. Doch der Fari-Achter machte es diesmal besser als im ersten Lauf. Er hielt mit. Und dann wurde es enger … und noch enger … die Achter kamen sich immer näher. Julian hielt den Unseren weiter gerade auf Kurs, doch die Hamburger kamen mit jedem Schlag näher ran. Leicht in Führung konnten wir aber überhaupt nicht dran denken auszuweichen, dem Gegner einen Raum zu bieten oder irgendwie auch nur etwas nachzulassen. Und so zogen 16 Ruderer, angetrieben von ihren Steuerleuten, ihr Boot mit jedem Schlag näher an die Ziellinie. Wenige Meter vor dem Ziel, die Riemen konnten sich nun fast berühren, reagierte jedoch die Steuerfrau des Fari-Achters und konnte so schlimmeres verhindern. Doch beide Boote waren nun fast gleich auf. Jeder Zug konnte nun das Rennen entscheiden.

Aber diesmal lag das Momentum bei uns. Wir hielten dem Druck stand und schoben uns vor dem Fari-Achter übers Ziel. Ein super spannendes Rennen, für uns Ruderer, für die Zuschauer am Ufer, auf den Brücken und auch für die Zuschauer auf sportdeutschland.tv, welche den Renntag live übertrug.

So konnten wir uns das Finale um Platz 5&6 sichern. Schnellster Rookie, also Neuling dieser Saison, sind wir also schon mal beim BMW EULER Renntag. Aber etwas sollte uns noch in die Quere kommen und uns von diesem Finale abhalten.

Wie es der Wetterbericht schon andeutete hatte, begann das Wetter vom bestem Sonnenschein komplett umzuschwenken. Regen, Blitz und Donner dominierten von nun an den immer dunkler werdenden Himmel, wodurch sich die Starts für die Rennen im Finalblock erst stark verzögerten und letztendlich leider komplett abgesagt wurden.

Doch welchen Platz haben wir nun damit erreicht? Am Vortag, bei der Teamleiter-Besprechung, wurde dieses Szenario schon durchgesprochen. Und beschlossen wurde, das bei einem Abbruch die Time-Trails die Platzierungen bestimmen. Somit hatten wir Platz 5 erreicht. Und so ging der erste Renntag für unser neues junges Team mit gemischten Gefühlen zu Ende, wobei aber die Guten doch überwiegen dürften. Wir konnten zeigen, dass wir ordentlich was mitbringen und das wir in dieser Saison durchaus das Potenzial haben, die ersten vier Plätze anzuvisieren und auch mal aus Treppchen zu fahren.

Also wir freuen uns auf den nächsten Renntag in Münster am 18.06.2016. Und werden nun an einigen Schrauben drehen, um dann wieder anzugreifen und die 2. Ruder-Bundesliga aufzumischen.

Einen Dank an die Organisatoren des Deutschen Ruderverbandes(www.rudern.de), die den Renntag durchgeplant haben und natürlich an unsere Mitgereisten, allen voran Matthias Büttner und seiner Frau Katrin.

Besetzungen:

Rennen 1&2:

Max Richter, Paul Klonowsky, Sebastian Förtig, Anton Burkhardt, Paul Habermann, Philipp Habermann, Max Brosche, Eric Schrappe, Stf.: Corinna Dammasch

Rennen 3&4:

Max Richter, Paul Klonowsky, Maik Kunze, Anton Burkhardt, Paul Habermann, Philipp Habermann, Max Brosche, Eric Schrappe, Stm.: Julian Engelmann